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Erfurter Entwässerungsbetrieb



Inhalt

Sachgebiet Klärwerke


Sachgebietsleiter: Herr Dipl.-Ing. Pasemann
Telefon: 0361 655-3700

Das Sachgebiet Klärwerke umfasst alle Anlagen im Gebiet des Entwässerungsbetriebes, mit denen Abwasser gereinigt, gepumpt oder im Abfluss gesteuert wird. Dabei kann generell zwischen dem zentralen Klärwerk  in Erfurt-Kühnhausen und den Außenanlagen, den sog. Mehrwerken unterschieden werden.
Klärwerk Erfurt-Kühnhausen
Klärwerk Erfurt-Kühnhausen
Die Kläranlage Erfurt-Kühnhausen reinigt das Abwasser aus fast dem gesamten Einzugsgebiet des Entwässerungsbetriebes. Die im Kanalnetz gesammelten und zur Kläranlage geleiteten Abwässer aus Haushalten und Betrieben aber auch ein großer Teil des Regenwassers aus Straßeneinläufen und Dachentwässerungen werden hier mit einer Kombination aus mechanischen, chemischen und biologischen Verfahren behandelt, um sie dann wieder gereinigt dem Flusslauf der Gera zuführen zu können. Dabei sind verschiedene Verfahrensstufen notwendig:

In der mechanischen Reinigungsstufe wird das Abwasser zunächst über eine Rechenanlage von Grobstoffen befreit. Danach werden im Sandfang und in den Vorklärbecken die Bestandteile des Abwassers entfernt, die leichter oder schwerer als Wasser sind und sich bei Verringerung der Fließgeschwindigkeit in den Becken auf dem Boden bzw. an der Wasseroberfläche sammeln.
Anschließend fließt das Abwasser in die biologische Aufbereitungsstufe, dem Herzstück heutiger Kläranlagen. Hier bauen Mikroorganismen die im Abwasser enthaltenen gelösten und fein zerteilten organischen Schmutzstoffe in einem Prozess ab, der der natürlichen Selbstreinigung der Gewässer ähnelt. Für die effektive Reinigung müssen die Mikroorganismen gezielt verschiedene Bereiche mit sauerstoffreichem (aerobem) und sauerstoffarmem (anaerobem) Milieu passieren.
Abgabe des gereinigten Wassers in die Gera
Nach der biologischen Reinigung erfolgt in der Nachklärung eine Abtrennung der Mikroorganismen vom gereinigten Wasser. Sie werden wieder in den Klärprozess rückgeführt, während das nun saubere Wasser über einen Kanal in die Gera gelangt.
Die aus dem Abwasser entfernten Stoffe sind entweder nicht mehr verwertbar und werden als Abfall entsorgt (Rechengut/Sand aus dem Sandfang) oder werden in einem weiteren Prozess, der Faulung, verwertet (Schlamm aus der Vorklärung/überschüssige Biomasse aus der biologischen Reinigung). In der Schlammfaulung wird bei Temperaturen von 34 - 37°C aus einem Teil der vorhandenen organischen Bestandteile im Schlamm Biogas erzeugt, das dann zur Deckung des Wärme- und Strombedarfs der Kläranlage beiträgt. Nach der Faulung wird der Schlamm weiter entwässert, bis er als Klärschlamm gelagert und später als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.
Klärwerk Wallichen
Klärwerk Wallichen
Die Mehrwerke sind die abwassertechnischen Außenanlagen und Sonderbauwerke in verschiedenen Teilen des Stadtgebietes von Erfurt. Dazu gehören derzeit 8 Kläranlagen, 22 Pumpwerke und 30 technische Anlagen für die Regenwasserrückhaltung wie Staukanäle, Regenüberlaufbecken und Regenrückhaltebecken. Viele Anlagen können mittels Fernwirktechnik von der Schaltwarte des zentralen Klärwerks Erfurt-Kühnhausen aus überwacht werden.
Die meisten der Kläranlagen, deren Kapazitäten von 28 bis 14.000 Einwohnerwerte reichen, sind als provisorische Anlagen in Ortschaften errichtet worden, um die Reinigung des Abwassers bis zu einem Anschluss an das Klärwerk Erfurt-Kühnhausen zu gewährleisten. Als dauerhafte Anlagen wurden die Klärwerke Wallichen und Töttleben errichtet.
Ein Teil des Abwassers, vor allem in den Randbereichen der Stadt, kann nicht im freien Gefälle durch das Kanalnetz zum Klärwerk Erfurt fließen und muss gepumpt werden. Dafür kommen Schmutzwasserpumpwerke, Regenwasserpumpwerke und Mischwasserpumpwerke (Mischwasser = Schmutzwasser und Regenwasser) mit Förderleistungen von 10 bis 1.000 Litern pro Sekunde zum Einsatz.
Die Anlagen zur Regenwasserrückhaltung dienen dem Schutz der Kläranlagen, Kanäle und Flüsse vor hydraulischer Überlastung, indem Abflussspitzen bei Starkregen gespeichert und erst zeitversetzt weitergeleitet werden. Regenüberlaufbecken sichern zusätzlich die Rückhaltung von Schmutzstoffen im Regenfall.

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